Technik
Wer sein Training ernstnehmen will, kommt an vier Kategorien kaum vorbei: Rennradpedale, Rollentrainer, GPS-Radcomputer und Leistungsmesser. Sie haben wenig miteinander zu tun – und doch ergänzen sie sich im Alltag stärker als man zunächst denkt.
Rennradpedale sind der logische erste Schritt, sobald man anfängt strukturiert zu fahren. Das Klicksystem überträgt Kraft direkter und gibt dem Fuß eine saubere Position. Look hat das Klickpedal erfunden und bietet heute Systeme von günstig bis High-End – das Keo Classic reicht für die meisten Hobbyfahrer völlig aus, während das Keo Blade Carbon Racing-Ansprüchen gerecht wird. Shimano-Pedale gelten als robuster Allrounder mit breiter Cleats-Kompatibilität, SRAM setzt im Spitzensegment eigene Akzente. Wer viel läuft oder im Café sitzt, greift zu Pedalen mit mehr Ausstiegstoleranz – das ist keine Frage des Budgets, sondern der Nutzung.
GPS-Radcomputer sind das Cockpit des modernen Radfahrers. Garmin dominiert den Markt nicht ohne Grund: die Edge-Serie deckt alles vom Einstieg mit dem Edge 130 bis zur vollständigen Trainingssteuerung mit dem Edge 1040 ab. Bryton bietet ähnliche Funktionen zu deutlich niedrigeren Preisen, Sigma punktet mit einfacher Bedienung und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis im unteren Segment. Coros hat sich als Marke für Ausdauersportler etabliert und verbindet Radcomputer mit Sportuhr-Funktionen. Wichtiger als Marke ist dabei die Frage: Will man reine Navigation, oder soll der Computer auch Herzfrequenz, Leistung und Erholung auswerten?
Genau dort kommen Leistungsmesser ins Spiel. Sie messen die tatsächlich produzierte Wattzahl – das macht Trainingssteuerung deutlich präziser als Herzfrequenz allein. Favero Assioma-Pedalleistungsmesser sind im Markt gut etabliert und liefern zuverlässige Dualseiten-Messung für unter 700 Euro. Sigeyi bietet Spider-basierte Systeme für fortgeschrittene Ansprüche, Shimano integriert Messtechnik direkt in bestimmte Kurbelsysteme. Leistungsmesser machen erst wirklich Sinn, wenn man die Wattbereiche auch trainiert – also weiß, was FTP-Training oder Schwellenarbeit bedeutet.
Rollentrainer schließen den Kreis. Im Winter oder bei schlechtem Wetter hält man damit die Form, und mit einem Leistungsmesser oder einem direkten Tacx-Smarttrainer wird daraus gezieltes Indoor-Training. Tacx hat mit der Neo-Serie Maßstäbe gesetzt: stufenlose Widerstandssimulation, leiser Betrieb, hohe Genauigkeit. Wer weniger ausgeben will, findet bei Tacx auch günstigere Einstiegsoptionen. Ein Rollentrainer ohne Smartfunktion macht Sinn, wenn man einfach nur rollen will – mit Smarttrainer wird daraus ein vollständiges Trainingssystem, das mit Garmin oder Coros-Geräten kommuniziert.
Diese vier Kategorien bauen nicht aufeinander auf, aber je mehr man kombiniert, desto besser versteht man das eigene Training.
Häufige Fragen zu Technik
Was ist der Unterschied zwischen einem Direktantrieb-Rollentrainer und einem Reifenantrieb-Rollentrainer? Beim Direktantrieb wird das Hinterrad ausgebaut und der Antrieb direkt am Trainer befestigt – das ist leiser, präziser und schont den Reifen. Reifenantrieb-Trainer wie günstigere Tacx-Modelle sind einsteigerfreundlicher und günstiger, haben aber mehr Schlupf und erzeugen mehr Lärm.
Brauche ich einen Leistungsmesser, wenn ich schon einen Smarttrainer habe? Nicht unbedingt – ein Smarttrainer wie der Tacx Neo misst selbst Watt und ist oft genau genug für Indoor-Training. Wer aber auch draußen strukturiert trainieren will, braucht einen separaten Leistungsmesser wie die Favero Assioma, da der Trainer nur indoor misst.
Was ist der Unterschied zwischen Look- und Shimano-Pedalsystemen? Look nutzt ein größeres Cleat mit drei Schrauben und bietet naturgemäß mehr Kontaktfläche, Shimano SPD-SL ist ähnlich aufgebaut und weit verbreitet – beide sind nicht miteinander kompatibel. Shimano gilt als robuster und servicefreundlicher, Look hat eine leicht andere Stollgeometrie, die manchen Fahrern besser passt.
Ab wann lohnt sich ein GPS-Radcomputer mit Karten statt einer einfachen Anzeige? Wer bekannte Routen fährt und nur Tempo und Distanz braucht, kommt mit einem Sigma oder Cateye für unter 50 Euro aus. Sobald man neue Regionen erkundet, Trainingsanalysen direkt am Gerät will oder Segmente fährt, zahlt sich ein Garmin Edge mit Karten ab etwa 200 Euro aus.
Kann ich einen Leistungsmesser nachrüsten, ohne das komplette Antriebssystem zu wechseln? Ja – Pedalbasierte Systeme wie Favero Assioma oder Garmin Rally lassen sich an nahezu jedem Rad montieren, solange die Tretkurbel eine Standard-Aufnahme hat. Das ist der einfachste Weg zum Leistungsmesser, ohne Kurbel oder Kettenblatt tauschen zu müssen.

















































