Direct-Drive Trainer
Wer ernsthaft auf der Rolle trainiert, kommt irgendwann an den Punkt, wo ein Riementrainer mit Freilaufkassette nicht mehr reicht. Direct-Drive bedeutet: Hinterrad raus, Kassette direkt auf die Trainerwelle, und das Rad wird zu einer festen Einheit mit dem Gerät. Das Ergebnis ist eine spürbar realistischere Kraftübertragung, kein Schlupf, keine Reifenabnutzung – und vor allem eine deutlich präzisere Leistungsmessung.
In diesem Segment ist Tacx mit dem Flux S die einzige Option hier im Sortiment, und das Gerät positioniert sich klar als Einstieg in die Direct-Drive-Welt um die 700 Euro. Was den Flux S von günstigeren Riementrainern unterscheidet, ist nicht nur die direkte Verbindung zum Antriebsstrang, sondern auch der integrierte Powermeter. Wer bisher mit einem externen Leistungsmesser gearbeitet hat, weiß, wie viel Komfort es bedeutet, wenn diese Messung direkt aus dem Trainer kommt – kalibrieren, verbinden, fertig. Die Genauigkeit liegt laut Tacx bei ±3 Prozent, was für strukturiertes Training auf Plattformen wie Zwift oder TrainerRoad absolut ausreicht.
Was den Flux S von teureren Modellen wie dem Tacx Neo 2T oder Wahoo Kickr unterscheidet, ist in erster Linie das maximale Steigungsgefälle und die simulierte Masse des Schwungrads. Der Flux S simuliert bis zu 10 Prozent Steigung, was für die meisten Trainingseinheiten genug ist – wer regelmäßig Alpenpässe simuliert oder Wettkampfspezifisches macht, stößt hier aber an Grenzen. Die Geräuschentwicklung ist ebenfalls höher als bei magnetisch gelagerten Systemen wie dem Neo, was je nach Wohnsituation relevant sein kann.
Für Fahrer, die von einem Rollentrainer mit Hinterrad auf Direct-Drive umsteigen, ist der Flux S ein echter Sprung in der Trainingsqualität – ohne dass man gleich über 1.000 Euro ausgeben muss. Der Einstieg lohnt sich besonders dann, wenn man mit einer der gängigen Trainingsplattformen arbeitet und zuverlässige Leistungsdaten will.
Häufige Fragen zu Direct-Drive Trainer
Wie genau misst der Tacx Flux S im Vergleich zu einem Kurbel-Powermeter? Der Flux S arbeitet mit einer Genauigkeit von ±3 Prozent, was leicht unter den ±1–2 Prozent liegt, die hochwertige Kurbelmesser wie Quarq oder Favero Assioma erreichen. Für Trainingssteuerung nach Wattzonen ist der Unterschied im Alltag kaum spürbar, für wissenschaftlich genaue Leistungsanalysen aber relevant.
Welche Kassette passt auf den Tacx Flux S und muss ich eine extra kaufen? Der Flux S wird ohne Kassette geliefert und nimmt Standard-Shimano/SRAM-Kassetten mit 8 bis 11 Fach auf. Wer also bereits eine passende Ersatzkassette hat, kann diese direkt verwenden – andernfalls kommt noch einmal 20 bis 50 Euro obendrauf.
Kann der Tacx Flux S gleichzeitig mit Zwift und einer Garmin-Uhr verbunden werden? Ja, der Flux S überträgt gleichzeitig über ANT+ und Bluetooth, was bedeutet, dass Zwift auf dem Laptop und ein Garmin-Gerät parallel Daten empfangen können. Allerdings erlaubt Bluetooth meist nur eine aktive Verbindung gleichzeitig, ANT+ läuft dagegen parallel ohne Probleme.
Ab welcher Trittfrequenz und Wattzahl stößt der Flux S an seine Grenzen? Bei sehr hohen Sprintleistungen über 1.500 Watt oder extremen Kadenzen über 120 U/min kann das Schwungradsystem des Flux S träger reagieren als teurere Modelle mit höherer simulierter Schwungmasse. Im normalen Ausdauer- und Intervalltraining bis rund 1.000 Watt bleibt das Fahrgefühl aber stabil und realistisch.
Ist der Tacx Flux S leise genug für eine Mietwohnung am Abend? Der Flux S ist deutlich leiser als Rollentrainer mit Friktionsantrieb, aber lauter als der Tacx Neo, der magnetisch läuft und fast geräuschlos ist. Wer Rücksicht auf Nachbarn nehmen muss, sollte zusätzlich eine Dämpfungsmatte einplanen und realistische Erwartungen mitbringen – komplett lautlos ist der Flux S nicht.