Bekleidung
Wer ernsthaft Rad fährt, weiß: Das Outfit entscheidet mit, ob eine Tour Spaß macht oder zur Quälerei wird. Die Frage ist nicht "Was ziehe ich an?", sondern welche Kombination für welche Bedingungen sinnvoll ist – und da gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kategorien.
Das Fundament jedes Outfits bildet das Radtrikot. Es sitzt eng, transportiert Schweiß nach außen und hat Rückentaschen für Riegel und Schlüssel. Marken wie Gorewear oder Alé arbeiten mit Materialien, die sich schon nach wenigen Kilometern nicht mehr anfühlen – Alé hat dabei einen Ruf für besonders saubere Passformen im Wettkampfbereich, Gorewear ist eher auf Ausdauer und Allwettereinsatz ausgelegt. Darunter gehört Radunterwäsche, die Druckstellen vom Sattel abpuffert und Feuchtigkeit wegleitet. Wer hier spart, zahlt mit wunden Stellen.
Die Radhose ist eng mit dem Trikot verwandt – sie trägt entweder einen integrierten Sitzpolster oder setzt auf eine separate Unterhose darunter. Trägerhosen vom Typ Bib-Short sitzen stabiler und rutschen nicht; Gorewear und Löffler haben hier solide Mittelklasse-Optionen zwischen 60 und 130 Euro, Alé bedient eher den ambitionierteren Markt.
Wenn es kalt wird, kommen Armlinge und Beinlinge ins Spiel – und das ist oft cleverer als eine komplett andere Hose oder ein Langarmtrikot. Beide lassen sich schnell abnehmen, wenn es wärmer wird, und passen in die Trikottasche. Radkappen und Stirnbänder übernehmen eine ähnliche Funktion für den Kopf: Bei 8 Grad morgens und 18 Grad mittags will man kein Wintermütze, sondern eine Löffler- oder Gorewear-Kappe, die unter den Helm passt.
Bei Regen entscheidet das Körpergefühl, ob man Regenbekleidung oder lieber eine Radjacke greift. Eine Regenjacke von Gorewear oder Vaude dichtet ab und ist packbar, dafür kann sie auf langen Anstiegen schwitzen lassen. Eine Radweste schützt nur den Rumpf, lässt aber die Arme frei – ideal bei wechselhaftem Wetter, wo der Fahrtwind das Hauptproblem ist.
Radsocken klingen nach Nebensache, sind es aber nicht. CEP hat hier einen anderen Ansatz als Falke: Während Falke auf guten Tragekomfort im Alltag setzt, arbeitet CEP mit Kompressionstechnik, die bei langen Ausfahrten die Durchblutung aktiv unterstützt. Giro liegt dazwischen – funktional, gut verarbeitet, günstiger.
Handschuhe teilen sich klar in Sommer und Winter auf. Sommerhandschuhe dämpfen Vibrationen und schützen bei Stürzen, Winterhandschuhe von Ziener oder Gorewear sind gefüttert und wasserabweisend – ein guter Winterhandschuh kann eine Tour bei 3 Grad erst möglich machen.
Häufige Fragen zu Bekleidung
Was ist der Unterschied zwischen Armlinge und einem Langarmtrikot? Armlinge lassen sich während der Fahrt abnehmen und in die Trikottasche stecken, ein Langarmtrikot nicht. Für Touren mit großen Temperaturschwankungen – zum Beispiel kalte Abfahrten und warme Anstiege – sind Armlinge deshalb die flexiblere Wahl.
Wann brauche ich eine Radweste statt einer Radjacke? Eine Radweste schützt den Rumpf vor Fahrtwind, lässt die Arme aber atmen – das passt bei Temperaturen ab etwa 12 Grad aufwärts, wo eine Jacke zu warm wäre. Sobald es regnet oder unter 8 Grad geht, ist eine Radjacke von Gorewear oder Vaude die bessere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen Radsocken mit und ohne Kompression? Normale Radsocken wie die von Falke oder Giro sorgen für Komfort und Feuchtigkeitstransport, greifen aber nicht aktiv in die Durchblutung ein. Kompressionssocken von CEP üben gezielten Druck auf die Wadenmuskulatur aus, was besonders auf langen Ausfahrten über 3 Stunden die Ermüdung reduziert.
Brauche ich separate Radunterwäsche, wenn meine Radhose schon ein Sitzpolster hat? Nein – eine Bib-Short mit integriertem Polster wird direkt auf der Haut getragen, Unterwäsche darunter würde Nähte und zusätzliche Reibung erzeugen. Separate Radunterwäsche ist nur für Hosen ohne eingebautes Polster gedacht.
Was unterscheidet eine Radkappe von einem Stirnband beim Radfahren? Eine Radkappe bedeckt auch den Scheitel und hält besser warm, passt dabei aber noch unter den Helm. Ein Stirnband schützt nur Ohren und Stirn vor Wind und ist die leichtere Option für Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad, wo eine Kappe bereits zu warm werden kann.

















































