Laufshorts
Eine gute Laufshort merkt man erst dann wirklich, wenn man sie nicht hat – spätestens nach 45 Minuten bei Hitze, wenn der falsche Stoff scheuert oder die Tasche mit dem Schlüssel auf der Hüfte herumhüpft. Die wichtigsten Entscheidungen beim Kauf betreffen Material, Passform und den geplanten Einsatz.
Das Material macht den größten Unterschied. Günstiger Polyester von Marken wie Puma oder Under Armour im Einstiegsbereich unter 20 Euro transportiert Schweiß ordentlich ab, fühlt sich nach mehreren Kilometern aber oft schwerer an. Wer mehr investiert, bekommt bei Craft oder Saysky Gewebe, die trotz hoher Laufleistung leicht und strukturiert bleiben – Saysky setzt dabei bewusst auf minimalistische Schnitte mit sehr direktem Hautkontakt, was bei schnellen Einheiten im Wettkampftempo spürbar wird. Brooks und Odlo hingegen fokussieren sich auf Komfort über längere Distanzen, mit etwas mehr Material und gezielten Stretch-Zonen an Hüfte und Oberschenkel.
Die Länge ist Geschmacksache, aber nicht beliebig. 2-in-1-Shorts mit integriertem Innentight – wie sie Adidas und Nike breit im Sortiment führen – verhindern Oberschenkelreiben und sind für Läufer mit breiterem Oberschenkel oft die ehrlichere Wahl als kurze Split-Shorts. Letztere, klassisch bei Gore und Saysky, geben maximale Bewegungsfreiheit und laufen sich bei schlanker Statur nahezu unsichtbar. Gore hat dabei seinen Fokus zusätzlich auf wetterfeste Varianten gelegt – sinnvoll für Ausdauerläufer, die bei jedem Wetter draußen sind.
Was den Preisunterschied konkret rechtfertigt: Taschen. Eine dezente Rücktasche mit Reißverschluss, die ein Smartphone hält ohne zu wippen, kostet in der Entwicklung Geld. Ab rund 40 Euro – bei On, Brooks oder Craft – findet sich das konsequent umgesetzt. Darunter sind Taschen oft nur aufgesetzt und im Bewegungsablauf störend. On macht seine Shorts zusätzlich mit sehr strukturierten Bund-Konstruktionen, die auch ohne Gürtel sitzen – relevant für Trailläufer oder bei schwerem Gepäck.
Endurance und Asics liefern im Bereich 15 bis 50 Euro solide Allrounder ohne große Experimente – gut für den wöchentlichen Trainingsalltag, aber ohne die Detaillösungen der Premium-Marken. Wer hauptsächlich auf der Bahn oder im Park läuft und kein Wettkampfgewicht sucht, ist damit vollständig bedient.
Der eigentliche Fehler beim Kauf ist, die Shorts nicht in Bewegung zu testen. Im Stand sitzt fast alles gut.
Häufige Fragen zu Laufshorts
Welche Laufshorts sind bei Hitze und langen Läufen ab 90 Minuten empfehlenswert? Für lange Läufe bei Wärme sind leichte 2-in-1-Modelle von Brooks oder Odlo ab rund 40 Euro eine gute Wahl, weil sie Reibung an den Oberschenkeln von Anfang an ausschließen. Craft-Modelle in ähnlicher Preisklasse bieten zusätzlich sehr atmungsaktive Zonen im Oberschenkelbereich.
Ab welchem Preis bekommt man eine Laufshort mit funktionaler Handytasche? Zuverlässige Rücktaschen, die ein aktuelles Smartphone aufnehmen ohne zu verrutschen, findet man realistisch ab 35 bis 40 Euro – bei On, Brooks oder Gore. Günstigere Modelle haben oft Taschen, die im Lauf störend arbeiten.
Was ist der Unterschied zwischen Split-Shorts und normalen Laufshorts? Split-Shorts haben seitliche Schlitze, die den Schritt freigeben und maximale Beinfreiheit bieten – sie sind vor allem bei schnellen Einheiten und Wettkämpfen beliebt, wie sie Saysky oder Gore anbieten. Normale Laufshorts ohne Split sitzen ruhiger und eignen sich besser für gemäßigtes Tempo über längere Strecken.
Welche Marke macht die besten Laufshorts unter 30 Euro? Asics und Under Armour liefern in diesem Segment solide Qualität für den regulären Trainingsalltag. Wer konkret eine 2-in-1-Variante sucht, ist mit Adidas oder Nike im Bereich 20 bis 30 Euro ebenfalls gut aufgestellt – ohne große Extras, aber zuverlässig verarbeitet.
Lohnen sich Laufshorts von On für über 100 Euro wirklich? Wenn man regelmäßig läuft und besonderen Wert auf Passgenauigkeit und einen stabilen Bund ohne nachzujustieren legt, ja. On investiert sichtbar in die Konstruktion rund um Hüfte und Bund – das zahlt sich besonders bei langen Einheiten oder unebenem Gelände aus.
















































