Schlösser
Ein Fahrradschloss ist keine Versicherung gegen Diebstahl – es ist eine Abschreckung. Wie gut diese funktioniert, hängt von Material, Schlosskonstruktion und davon ab, wie viel Zeit ein Dieb investieren will. Wer das verstanden hat, kauft anders.
Der größte Fehler: zu wenig Geld ausgeben und sich dabei sicher fühlen. Ein Oxc- oder Highlander-Schloss für fünf bis zehn Euro hält einen entschlossenen Dieb keine dreißig Sekunden auf. Diese Schlösser eignen sich allenfalls als zweites Schloss oder für kurze Stopps mit Sichtweite zum Rad. Wer sein Fahrrad wirklich sichern will, braucht mindestens ein solides Bügelschloss oder ein hochwertiges Kettenschloss ab rund 40 Euro.
Der Unterschied zwischen einem günstigen und einem teuren Schloss liegt vor allem im Stahl. Bei Abus – der bekanntesten deutschen Marke in diesem Bereich – sieht man das Preisgefälle sehr deutlich: Das günstigste Modell kostet rund 5 Euro, das teuerste annähernd 300 Euro. Dazwischen liegen gehärteter Rundstahl mit unterschiedlichen Durchmessern, Sicherheitsstufen von 1 bis 15 und Schließzylinder, die gegen Anbohr- oder Pick-Angriffe gesichert sind. Das Abus Granit-Bügelschloss etwa ist so massiv, dass selbst ein Winkelschleifer deutlich länger braucht – genau das, was einen Gelegenheitsdieb abschreckt.
Kryptonite kommt aus den USA und ist klassisch auf Bügelschlösser spezialisiert. Die Verarbeitung ist solide, die Preise liegen zwischen 10 und 150 Euro. Kryptonite-Schlösser sind bei Stadtradlern beliebt, die regelmäßig in der Innenstadt parken. Oxford bietet ebenfalls gute Kettenschlösser im 30- bis 100-Euro-Bereich an, mit ordentlicher Kettenstärke und brauchbaren Zylindern – eine faire Alternative zu Abus im mittleren Preissegment.
Onguard bewegt sich zwischen 10 und 40 Euro und liefert für das Geld solide Bügelschlösser ohne große Extras. Wer ein Pedelec oder E-Bike absichert, sollte hier aber nicht stehenbleiben – der Versicherungswert des Rades verlangt nach mehr. Axa liegt bei einem festen Preis von rund 40 Euro und setzt auf einfache, funktionale Rahmenschlösser – praktisch für den täglichen Pendler, aber kein Schutz gegen gezielte Angriffe.
Für Rucksäcke oder Gepäcksysteme bietet Thule kleine Zahlenschlösser ab 5 Euro an – gedacht zum Sichern von Reißverschlüssen auf Reisen, nicht zum Absperren eines Fahrrads. Deuter hat ebenfalls ein Gepäckschloss im Sortiment, einmalig zu 20 Euro.
Die wichtigste Faustformel: Das Schloss sollte mindestens 10 bis 15 Prozent des Fahrradwertes kosten. Wer 1.500 Euro in ein Rad investiert, sollte 150 Euro für ein Abus Granit oder vergleichbares Kryptonite-Modell ausgeben – und zusätzlich ein zweites Schloss mitführen, das eine andere Angriffsmethode erfordert.
Häufige Fragen zu Schlösser
Ab welchem Preis lohnt sich ein Fahrradschloss für ein E-Bike? Für ein E-Bike sollte das Schloss mindestens 80 bis 150 Euro kosten – ein Abus Granit XPlus oder ein hochwertiges Kryptonite-Bügelschloss in dieser Klasse bieten ausreichend Widerstand. Viele E-Bike-Versicherungen verlangen ohnehin ein Schloss ab einer bestimmten Sicherheitsstufe, das sollte man vor dem Kauf prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Bügelschloss und einem Kettenschloss? Ein Bügelschloss ist kompakter, schwerer zu durchtrennen und ideal für feste Abstellplätze – ein Kettenschloss ist flexibler und lässt sich besser durch Rahmen und Felge führen. Wer oft an ungewöhnlichen Stellen parkt, ist mit einer robusten Kette von Abus oder Oxford besser bedient; für den immer gleichen Stellplatz reicht ein solides Bügelschloss.
Taugt ein 10-Euro-Schloss von Oxc oder Highlander überhaupt etwas? Als alleinige Sicherung nicht – beide Marken liegen im untersten Preissegment und halten einem gezielten Angriff mit Werkzeug kaum stand. Sinnvoll sind sie höchstens als zweites Schloss zusätzlich zu einem hochwertigen Hauptschloss, weil zwei verschiedene Schlosssysteme den Aufwand für Diebe erhöhen.
Welches Fahrradschloss empfiehlt sich für die tägliche Nutzung in der Stadt? Für Pendler in der Stadt hat sich ein Bügelschloss von Abus im 40- bis 80-Euro-Bereich oder ein Onguard-Modell um die 30 Euro bewährt – kompakt, ausreichend sicher für mittlere Risikolagen und leicht am Rahmen zu transportieren. Wer in einer Hochrisikostadt wie Berlin oder Hamburg parkt, sollte eher in Richtung Abus Granit oder Kryptonite Evolution denken.
Kann ich mit einem Thule-Schloss auch mein Fahrrad sichern? Nein – die Thule-Schlösser im Sortiment sind für Gepäck und Reißverschlüsse ausgelegt, nicht für Fahrräder. Wer ein Thule-Trägersystem hat und das Rad daran sichern will, braucht ein separates, dafür ausgelegtes Schloss von Abus, Kryptonite oder Oxford.

















































