Klickpedale und Cleats für Rennrad: Der ultimative Leitfaden für Einsteiger

Von Artur Korell · Veröffentlicht am 10.01.2026
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Klickpedale gehören für viele Rennradfahrer zur Standardausrüstung. Sie verbinden deinen Schuh fest mit dem Pedal und ermöglichen eine effizientere Kraftübertragung als normale Pedale. Für Einsteiger wirkt das System zunächst kompliziert: Wie funktioniert die Verbindung? Welches System passt zu dir? Und wie stellst du die Cleats richtig ein? Dieser Leitfaden beantwortet alle wichtigen Fragen rund um Klickpedale und Cleats fürs Rennrad.

Was sind Klickpedale und wie funktionieren sie?

Klickpedale sind spezielle Fahrradpedale, die mit einer am Schuh befestigten Metallplatte – dem Cleat – eine lösbare Verbindung eingehen. Der Begriff "klicken" kommt vom hörbaren Geräusch beim Einrasten.

Das Funktionsprinzip ist einfach: Du drückst die Schuhsohle mit dem montierten Cleat von oben auf das Pedal. Ein Federmechanismus im Pedal rastet ein und hält den Schuh fest. Zum Lösen drehst du die Ferse nach außen – die Verbindung öffnet sich und du kannst den Fuß vom Pedal nehmen.

Diese feste Verbindung unterscheidet sich grundlegend von Plattformpedalen, bei denen der Schuh nur aufliegt. Mit Klickpedalen kannst du nicht nur Druck nach unten ausüben, sondern auch in der Zugphase Kraft aufbringen, wenn das Pedal nach oben bewegt wird.

Warum verwenden Rennradfahrer Klickpedale?

Die Vorteile von Klickpedalen erklären ihre Verbreitung im Rennradsport:

Effizientere Kraftübertragung: Die feste Verbindung ermöglicht einen runden Tritt über den gesamten Pedalumlauf. Du kannst auch dann Kraft übertragen, wenn das Pedal oben oder unten steht – nicht nur in der Druckphase.

Optimale Fußposition: Der Cleat fixiert deinen Fuß in der idealen Position über der Pedalachse. Bei Plattformpedalen kann der Fuß während der Fahrt verrutschen, was die Kraftübertragung verschlechtert.

Bessere Kontrolle: Die feste Verbindung gibt dir mehr Kontrolle über das Rad, besonders beim Bergauffahren, bei hohen Geschwindigkeiten oder in Kurven.

Komfort auf langen Strecken: Die gleichmäßige Kraftverteilung über die gesamte Pedalbewegung entlastet deine Muskulatur und kann Ermüdung verzögern.

Welche Klickpedal-Systeme gibt es für Rennräder?

Im Rennradbereich haben sich drei große Systeme etabliert. Sie unterscheiden sich in Mechanik, Cleats und Kompatibilität.

Look Keo

Look gilt als Pionier der Rennrad-Klickpedale. Das Keo-System verwendet einen dreieckigen Cleat aus Kunststoff mit drei Befestigungsschrauben.

Die Pedale sind leicht und weit verbreitet. Look bietet verschiedene Modelle für unterschiedliche Ansprüche – von Einsteigerversionen bis zu High-End-Pedalen für Profis.

Die Cleats gibt es in drei Varianten mit unterschiedlichem seitlichen Bewegungsspielraum (Float): Rot (fester Stand ohne Float), Grau (mittlerer Float) und Schwarz (maximaler Float). Der Float beschreibt, wie weit du die Ferse seitlich bewegen kannst, während der Schuh eingeklickt bleibt.

Shimano SPD-SL

Shimano SPD-SL ist das zweite Hauptsystem im Rennradbereich. Der Name steht für "Shimano Pedaling Dynamics - Super Light".

Die Cleats sind größer als bei Look und ebenfalls aus Kunststoff gefertigt. Sie haben eine dreieckige Form mit drei Befestigungslöchern. Die größere Auflagefläche verteilt die Kräfte besser und kann die Cleats langlebiger machen.

Shimano bietet drei Cleat-Farben: Gelb (maximaler Float von 6 Grad), Blau (mittlerer Float von 2 Grad) und Rot (ohne Float). Die Pedale sind in verschiedenen Qualitätsstufen erhältlich, von Einsteiger- bis Profi-Niveau.

Speedplay (jetzt Wahoo)

Speedplay war lange eine Alternative zu Look und Shimano. Das System wurde von Wahoo übernommen und weiterentwickelt.

Die Besonderheit: Der Mechanismus sitzt im Cleat, nicht im Pedal. Das Pedal selbst ist sehr kompakt und leicht. Die Cleats sind aus Metall und deutlich schwerer als bei anderen Systemen.

Speedplay-Cleats bieten einstellbaren Float und ermöglichen beidseitiges Einklicken. Das System ist technisch ausgereift, aber weniger verbreitet als Look oder Shimano.

Sind die Systeme untereinander kompatibel?

Nein, die Systeme sind nicht kompatibel. Ein Look-Cleat passt nicht auf ein Shimano-Pedal und umgekehrt.

Auch innerhalb der Marken gibt es Unterschiede: Shimanos SPD-SL für Rennräder ist nicht kompatibel mit dem SPD-System (ohne "SL"), das im Mountainbike- und Trekking-Bereich verwendet wird. SPD-Cleats sind kleiner, aus Metall und in die Schuhsohle versenkt – SPD-SL-Cleats stehen deutlich hervor.

Bei der Anschaffung musst du dich also für ein System entscheiden. Schuhe und Pedale müssen zusammenpassen. Die meisten Rennradschuhe haben eine standardisierte Drei-Loch-Aufnahme, auf die sowohl Look Keo als auch Shimano SPD-SL passen.

Was sind Cleats und welche Funktion haben sie?

Cleats sind die Metallplatten oder Kunststoffplatten, die du an der Sohle deiner Rennradschuhe befestigst. Sie bilden das Gegenstück zum Pedalmechanismus und ermöglichen die Verbindung.

Die Position und Ausrichtung des Cleats beeinflusst direkt deine Sitzposition, Kraftübertragung und Gelenkbelastung. Eine falsche Cleat-Position kann zu Knieschmerzen, Fußproblemen oder ineffizientem Tritt führen.

Cleats sind Verschleißteile. Kunststoff-Cleats nutzen sich durch Gehen ab – besonders wenn du auf harten Oberflächen läufst. Abgenutzte Cleats solltest du rechtzeitig ersetzen, da sie nicht mehr sicher einrasten oder sich ungewollt lösen können.

Wie montierst du Cleats richtig an deinen Schuhen?

Die Montage der Cleats erfordert Sorgfalt. Eine korrekte Position ist entscheidend für Effizienz und Gelenkgesundheit.

Grundposition bestimmen

Der Cleat sollte so positioniert sein, dass sich der Fußballen über der Pedalachse befindet. Als Orientierung dient der Knochenvorsprung hinter dem großen Zeh (Metatarsalköpfchen I). Diese Stelle sollte sich direkt über oder leicht vor der Pedalachse befinden.

Zu weit vorne führt zu erhöhter Belastung der Wadenmuskulatur. Zu weit hinten reduziert die Hebelwirkung und kann die Achillessehne überlasten.

Seitliche Ausrichtung

Die Cleats sollten parallel zur natürlichen Fußstellung ausgerichtet sein. Viele Menschen haben eine leichte Auswärts- oder Einwärtsdrehung der Füße – diese sollte der Cleat widerspiegeln.

Eine erzwungene, unnatürliche Position belastet Knie und Hüfte. Bei Unsicherheit wähle ein Cleat-System mit Float, das kleine Abweichungen während der Pedalumdrehung ausgleicht.

Praktische Montage

Markiere zunächst die Position des Fußballens auf dem Schuh – von außen durch die Sohle ertasten oder im Schuh stehend markieren. Setze den Cleat an der entsprechenden Stelle auf die Sohle und schraube ihn zunächst nur leicht fest.

Teste die Position auf dem Rad. Fühlt sich die Stellung natürlich an? Spürst du Druck an ungewöhnlichen Stellen? Justiere bei Bedarf nach.

Ziehe die Schrauben erst fest an, wenn du die optimale Position gefunden hast. Kontrolliere die Schrauben nach den ersten Fahrten – sie können sich lösen.

Wie stellst du den Auslösewiderstand der Pedale ein?

Die meisten Klickpedale haben eine Einstellschraube für den Auslösewiderstand. Sie bestimmt, wie viel Kraft du aufwenden musst, um den Schuh vom Pedal zu lösen.

Als Anfänger solltest du mit einem niedrigen Widerstand beginnen. Das erleichtert das Ausklicken in kritischen Situationen – etwa an Ampeln oder bei plötzlichem Anhalten.

Die Einstellung erfolgt meist mit einem Inbusschlüssel. Eine Drehung im Uhrzeigersinn erhöht den Widerstand, gegen den Uhrzeigersinn verringert ihn. Manche Pedale haben die Einstellschraube an beiden Seiten, andere nur an einer.

Erhöhe den Widerstand erst, wenn du das Ein- und Ausklicken sicher beherrschst. Ein zu hoher Widerstand bringt keinen Vorteil – moderne Mechanismen halten auch bei niedrigem Widerstand zuverlässig.

Wie lernst du das Ein- und Ausklicken?

Das Handling von Klickpedalen erfordert Übung. Fast jeder Rennradfahrer ist am Anfang mindestens einmal umgefallen, weil das Ausklicken nicht rechtzeitig gelang.

Erste Schritte

Übe zunächst im Stehen neben dem Rad. Stelle dich neben das Rad, halte dich am Sattel fest und klicke einen Fuß ein und aus. Wiederhole dies mehrfach, bis die Bewegung automatisch wird.

Die Auslösebewegung ist eine deutliche Drehung der Ferse nach außen. Eine zu zaghaften Bewegung reicht nicht – du musst die Ferse entschlossen zur Seite drehen.

Praxis auf dem Rad

Suche für die ersten Fahrten einen verkehrsfreien Platz. Ein leicht abschüssiger Weg ist ideal: Du kommst in Fahrt, ohne treten zu müssen, und kannst dich auf das Ein- und Ausklicken konzentrieren.

Klicke zunächst nur einen Fuß ein, während du den anderen auf dem Pedal aufliegen lässt. Fahre einige Meter, klicke aus, halte an. Wiederhole dies mehrfach.

Wenn das sicher funktioniert, klicke beide Füße ein. Fahre kurze Strecken und übe das Ausklicken lange vor dem Anhalten. Denke vor jeder Ampel oder Kreuzung rechtzeitig daran, einen Fuß auszuklicken.

Gewöhnung im Alltag

Nach einigen Fahrten wird das Ein- und Ausklicken zur Routine. Bis dahin: Klicke bei Unsicherheit lieber zu früh als zu spät aus. Ein Fuß am Boden gibt Sicherheit.

Die kritische Phase dauert meist nur wenige Ausfahrten. Danach erfolgt das Ausklicken automatisch, ohne bewusstes Nachdenken.

Welche typischen Fehler solltest du vermeiden?

Einige Fehler bei der Nutzung von Klickpedalen treten immer wieder auf:

Zu hoher Auslösewiderstand: Anfänger stellen oft einen zu straffen Mechanismus ein. Das erschwert das Ausklicken unnötig. Beginne mit niedriger Spannung.

Falsche Cleat-Position: Eine ungünstige Position verursacht Schmerzen und ineffizienten Tritt. Nimm dir Zeit für die korrekte Einstellung oder suche professionelle Hilfe bei einer Bikefitting-Beratung.

Zu spätes Ausklicken: Der häufigste Anfängerfehler. Klicke rechtzeitig vor dem Anhalten aus, nicht erst wenn du schon zum Stehen kommst.

Gehen mit den Schuhen: Rennradschuhe mit prominenten Cleats sind nicht zum Gehen gemacht. Auf harten Böden nutzen die Cleats schnell ab. Wenn möglich, trage die Schuhe nur auf dem Rad.

Verschlissene Cleats ignorieren: Abgenutzte Cleats können sich ungewollt lösen oder schwer einrasten. Kontrolliere regelmäßig den Zustand und ersetze sie bei sichtbarer Abnutzung.

Brauchen Anfänger wirklich Klickpedale?

Diese Frage stellen sich viele Rennrad-Einsteiger. Die Antwort hängt von deinen Zielen ab.

Für gelegentliche Freizeitfahrer sind Klickpedale kein Muss. Mit guten Plattformpedalen und festen Schuhen kannst du problemlos Rennrad fahren. Der Komfortgewinn und die Effizienzsteigerung sind messbar, aber für kurze Ausfahrten nicht entscheidend.

Wenn du regelmäßig längere Strecken fährst, an deiner Fitness arbeitest oder sportliche Ambitionen hast, lohnt sich die Investition. Die Vorteile zeigen sich vor allem auf langen Touren und bei höheren Intensitäten.

Für Gruppenausfahrten und Trainingsrunden sind Klickpedale im Rennradbereich Standard. Die meisten ambitionierten Rennradfahrer nutzen sie.

Der Umstieg erfordert eine Lernphase, aber diese ist überschaubar. Nach wenigen Ausfahrten beherrschen die meisten Fahrer das System sicher.

Was kostet die Ausstattung mit Klickpedalen?

Die Kosten für Klickpedale und Cleats variieren je nach System und Qualität.

Einsteigerpedale von Shimano oder Look bekommst du ab etwa 30 bis 50 Euro. Diese Modelle bieten solide Funktionalität ohne Premium-Features wie reduziertes Gewicht oder verstellbare Plattformen.

Mittelklasse-Pedale kosten zwischen 60 und 120 Euro. Sie sind oft langlebiger, leichter und bieten bessere Einstellmöglichkeiten.

High-End-Modelle für ambitionierte Sportler liegen zwischen 150 und 300 Euro. Der Mehrwert besteht vor allem in Gewichtsersparnis und optimierter Mechanik.

Die Cleats sind bei den meisten Pedalen im Lieferumfang enthalten. Ersatz-Cleats kosten etwa 15 bis 25 Euro pro Paar.

Rennradschuhe mit Klickpedal-Aufnahme beginnen bei rund 60 Euro für Einsteigermodelle. Hochwertige Schuhe kosten 150 Euro und mehr – hier zahlst du für bessere Materialien, Belüftung und Passform.

Für den Einstieg reicht ein Budget von etwa 100 bis 150 Euro für Pedale und Schuhe zusammen.

Wie pflegst und wartest du Klickpedale?

Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer deiner Klickpedale erheblich.

Reinigung: Nach Fahrten bei Nässe oder auf staubigen Wegen solltest du die Pedale reinigen. Schmutz im Mechanismus erschwert das Ein- und Ausklicken. Eine Bürste und Wasser reichen meist aus. Achte darauf, dass keine Steinchen im Mechanismus stecken bleiben.

Schmierung: Der Federmechanismus sollte gelegentlich geschmiert werden. Verwende ein dünnes Öl oder spezielles Pedal-Fett. Zu viel Schmiermittel zieht Schmutz an – weniger ist mehr.

Kontrolle: Prüfe regelmäßig, ob sich die Pedale leichtgängig auf der Achse drehen. Ein rauer Lauf deutet auf verschlissene Lager hin. Hochwertige Pedale haben wartbare Lager, die getauscht werden können.

Cleats: Kontrolliere die Befestigungsschrauben der Cleats. Sie sollten fest sitzen, aber nicht überdreht sein. Abgenutzte Cleats erkennst du an abgeriebenen Kanten oder Schwierigkeiten beim Einrasten.

Wann solltest du die Cleats ersetzen?

Cleats sind Verschleißteile mit begrenzter Lebensdauer. Wann ein Austausch nötig ist, hängt von der Nutzung ab.

Sichtbare Abnutzung: Wenn die Kunststoffoberfläche deutlich abgeschliffen ist oder Risse zeigt, ist ein Austausch fällig. Bei Metall-Cleats sind tiefe Kratzer oder Verformungen Warnzeichen.

Funktionsprobleme: Schwergängiges Einrasten oder ungewolltes Lösen während der Fahrt deuten auf verschlissene Cleats hin. Auch wenn das Ausklicken plötzlich mehr Kraft erfordert, solltest du die Cleats prüfen.

Zeitliche Orientierung: Bei intensiver Nutzung (mehrmals wöchentlich) halten Cleats etwa sechs Monate bis ein Jahr. Wer viel läuft – etwa bei Rennrad-Rennrad-Wettkämpfen mit Verpflegungszonen – verschleißt sie schneller.

Vorsorglicher Austausch: Vor wichtigen Touren oder Veranstaltungen lohnt sich ein prophylaktischer Austausch, wenn die Cleats schon länger in Gebrauch sind. Ein Ausfall unterwegs ist ärgerlich und vermeidbar.

Bewahre immer ein Paar Ersatz-Cleats auf. So kannst du bei Bedarf schnell reagieren und musst nicht auf Nachlieferung warten.

Gibt es Alternativen zu den Hauptsystemen?

Neben Look, Shimano und Speedplay existieren weitere Systeme, die aber deutlich weniger verbreitet sind.

Time bietet Rennradpedale mit einem schwimmend gelagerten Mechanismus. Die Cleats ermöglichen mehr seitliche Bewegung und sollen gelenkschonender sein. Das System hat eine kleine, aber treue Nutzergemeinschaft.

Exustar und andere asiatische Hersteller produzieren kostengünstige Alternativen, die oft Look- oder Shimano-kompatible Cleats verwenden. Die Qualität variiert stark.

Für die meisten Rennradfahrer sind Look Keo oder Shimano SPD-SL die praktischsten Optionen. Die weite Verbreitung bedeutet:

  • Ersatzteile sind überall erhältlich
  • Werkstätten kennen sich mit den Systemen aus
  • Bei Defekten unterwegs findest du leichter Hilfe
  • Gebrauchte Pedale und Schuhe sind verfügbar

Exotischere Systeme können Vorteile haben, schränken aber die Flexibilität ein.

Kannst du verschiedene Cleats am selben Schuh nutzen?

Die meisten Rennradschuhe haben eine standardisierte Drei-Loch-Aufnahme. Auf dieser Basis können sowohl Look Keo als auch Shimano SPD-SL montiert werden – allerdings nicht gleichzeitig.

Ein Wechsel zwischen Systemen ist möglich: Schraube die alten Cleats ab und montiere die neuen. Die Aufnahme ist identisch.

Manche Schuhe bieten zusätzlich zur Drei-Loch-Aufnahme eine Zwei-Loch-Aufnahme für SPD-Cleats (Mountainbike-System). Diese Schuhe sind flexibler einsetzbar, aber im reinen Rennradbereich selten.

Für die Nutzung unterschiedlicher Pedale an verschiedenen Rädern (etwa Rennrad und Zeitfahrrad) brauchst du entweder identische Systeme oder mehrere Paar Schuhe.

Welche Rolle spielt der Float-Wert?

Der Float-Wert gibt an, wie viel seitliche Bewegungsfreiheit dein Fuß hat, während er eingeklickt ist. Er wird in Grad gemessen.

Float 0 Grad: Der Fuß ist starr fixiert. Jede Drehung wird direkt an Knie und Hüfte übertragen. Nur sinnvoll, wenn die Cleat-Position exakt zu deiner Anatomie passt. Kleine Fehler führen zu Belastungsspitzen in den Gelenken.

Float 2–6 Grad: Der Fuß kann sich während der Pedalbewegung leicht drehen. Das gleicht anatomische Besonderheiten aus und verringert die Belastung von Bändern und Gelenken. Für die meisten Fahrer die beste Wahl.

Float 9+ Grad: Maximale Bewegungsfreiheit. Empfehlenswert bei Knieproblemen oder unsicherer Cleat-Position. Der freie Bewegungsradius kann allerdings die Kraftübertragung minimal reduzieren.

Als Anfänger solltest du mittleren Float wählen. Das gibt Sicherheit und Komfort. Mit zunehmender Erfahrung kannst du experimentieren, ob mehr oder weniger Float besser passt.

Wie beeinflussen Klickpedale deine Fahrtechnik?

Die feste Verbindung zum Pedal verändert dein Fahrverhalten spürbar.

Runderer Tritt: Mit Klickpedalen entwickelst du automatisch einen runderen Tritt. Die Möglichkeit, auch in der Zugphase Kraft zu übertragen, führt zu gleichmäßigerer Belastung der Muskulatur.

Veränderte Kurventechnik: In Schräglage kannst du das innere Pedal nicht mehr einfach anheben. Du musst vorausschauender fahren und die Pedalstellung vor Kurven berücksichtigen.

Bessere Kraftübertragung am Berg: Steile Anstiege lassen sich effizienter bewältigen. Du kannst im Wiegetritt mehr Kraft aufs Pedal bringen, ohne dass der Fuß abrutscht.

Höhere Trittfrequenz: Viele Fahrer erreichen mit Klickpedalen höhere Trittfrequenzen, da der Fuß nicht vom Pedal springen kann. Das schont die Muskulatur auf langen Strecken.

Die Umstellung erfordert eine Anpassungsphase. Dein Körper muss lernen, die neue Bewegungsfreiheit zu nutzen und gleichzeitig die Einschränkungen zu berücksichtigen.

Zusammenfassung: Das Wichtigste zu Klickpedalen und Cleats

Klickpedale verbessern die Kraftübertragung und den Komfort auf dem Rennrad. Die feste Verbindung zwischen Schuh und Pedal ermöglicht effizienteres Treten und mehr Kontrolle.

Die beiden Hauptsysteme – Shimano SPD-SL und Look Keo – sind ausgereift, weit verbreitet und für die meisten Rennradfahrer geeignet. Sie unterscheiden sich in Details, erfüllen aber den gleichen Zweck.

Die richtige Cleat-Position ist entscheidend für Komfort und Gelenkgesundheit. Nimm dir Zeit für die Einstellung oder hole dir professionelle Unterstützung bei einem Bikefitting.

Als Anfänger solltest du den Auslösewiderstand niedrig einstellen und das Ein- und Ausklicken in sicherer Umgebung üben. Nach wenigen Fahrten wird die Handhabung zur Routine.

Cleats sind Verschleißteile, die regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ersetzt werden müssen. Gepflegte Pedale halten viele Jahre.

Ob Klickpedale für dich sinnvoll sind, hängt von deinen Zielen ab. Für ambitionierte Rennradfahrer sind sie Standard. Gelegenheitsfahrer können auch mit Plattformpedalen glücklich werden.

Die Investition in Klickpedale, Cleats und passende Schuhe liegt für Einsteiger bei etwa 100 bis 150 Euro – ein überschaubarer Betrag für einen deutlichen Zugewinn an Fahrkomfort und Effizienz.